Montessori selbst gemacht …

Archive for Mai 2015

Unser kleiner Mann ist nun stolze 12 Monate alt und seit einigen Tagen bemerke ich deutliche Veränderungen in seiner Spiel- und  Vorgehensweise im Alltag. Nach meiner letzten „Materialien-Rotation-Runde“ auf seinen Baustellen fiel mir auf, das er das erste Mal ein bestimmtes Spielzeug an einem vertrauten Ort suchte. In den letzten Wochen beschäftigt er sich gerne damit, seine Holzkochlöffel von der Küche in den Holzschalen im Schlafzimmer klopfen zu lassen. Diese hatte ich bei dieser Wechselrunde erst einmal aus dem Sortiment genommen. Nun stand er ziemlich verdattert mit seinem Holzkochlöffel auf dem Teppich im Schlafzimmer und wusste nicht so recht weiter.

Das mag banal klingen, aber für mich ist es das Startzeichen seine Materialien endlich einem Ordnungsprinzip zu unterziehen. Ich hatte mich schon oft gefragt ob der ständige Wechsel der Materialien nicht eher kontraproduktiv im Sinne von der Montessoripädagogik ist. Aber da er bisher keine Anzeichen gezeigt hat, das der Wechsel ihn stören, verwirren oder überfordern würde, bin ich zunächst dabei geblieben. Aber das ändert sich jetzt.

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Im Flur befindet sich gerade seine „Konstruktionsecke“. Stapelbecher, Steckturm und der Anhänger zum Bestücken stehen dort und werden intensiv bespielt. Für mich heißt das, dass in Zukunft zum Beispiel keine Bücher mehr auf diesem Teppich bereit stehen. Diese sind zunächst alle in ein freigeräumtes Fach im Bücherregal auf seiner Augenhöhe gewandert. Ich hoffe das sie dadurch nicht in Vergessenheit geraten!

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Im Schlafzimmer finden sich alle seine Fahrzeuge. Hier kann nach Herzenslust vor dem Spiegel der Betonmischer oder ein anderes Auto hin und her gefahren werden. Ein tolles Auto hat der kleine Mann von seinem Onkel zu Ostern bekommen, die Oberseite besteht aus drei Bausteinen, welche mithilfe eines Magneten angebaut werden können. Sieht toll aus und fährt sich super.

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Ganz wichtig ist dem kleinen Mann seine Spielküche. Die soll eigentlich im Garten als Matschküche dienen, dafür muss sie allerdings erst lasiert werden. Solange steht sie im Wohnzimmer und der kleine Mann spielt nach Herzenslust mit den Töpfen. Deckel auf, Deckel zu, Deckel auf den anderen Topf, dann noch einmal kräftig mit den Kochlöffeln rühren. Es macht einen Heiden Lärm!! Deshalb muss ich (den Nachbarn zuliebe) die Töpfe manchmal wegnehmen. Dann übt er sich im ein- und ausräumen der Kochlöffel in das vorgesehene Glas.

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Noch haben wir es nicht geschafft einen Waschtisch zu bauen oder eine kindgerechte Garderobe anzubringen. Aber da ich die Sorge um den eigenen Körper für eine wichtige und auch schöne Aufgabe halte, habe ich ihm eine provisorische Station aufgebaut. Vor der Bank kann er sich kämmen und sich und seine Bewegungen dabei im Spiegel beobachten. Es ist wie gesagt eine Übergangslösung aber schlecht ist sie nicht.