Montessori selbst gemacht …

„Das ist wie lesen, ohne das man groß ist!“

Posted on: März 13, 2012

Mit dieser treffenden Bezeichnung hatte damals ein Kind in meiner Gruppe folgendes Angebot bezeichnet:

Sie benötigen hierfür

einen Kassettenrecorder mit Aufnahmefunktion,
eine leere Hörkassettte,
evtl. ein Mikrofon,
ein akustisches Signal (ich habe kleine Glöckchen verwendet)
und ein kurzes Kinderbuch.

Vorlesen ist bekanntermaßen nicht nur aus pädagogischer Sicht wertvoll, vor allem genießen die Kinder die Ruhe und die Entspanntheit beim gemeinsamen Zuhören und Verfolgen einer Geschichte. Da man im Alltag vielleicht nicht immer Zeit hat sich diese Ruhe zu nehmen, oder weil Kinder auch gerne selbstständig Geschichten erlesen, verfolgen und begleiten möchten, möchte ich ihnen eine Variante für zwischendurch vorstellen. Sie ersetzt selbstverständlich das Vorlesen nicht, aber sie bietet Kindern die Möglichkeit, sich einfach mal mit einer Geschichte, vielleicht dem Lieblingsbuch, selbständig befassen zu können, ohne das ein Erwachsener oder ein Schulkind helfen müssen.

Suchen sie sich aus ihrem Bücherbestand ein Kinderbuch heraus, welches mit schönen Bildern und wenig Text eine kleine Geschichte erzählt.

Setzen sie sich an einen ruhigen Ort und beginnen sie mit ruhiger Stimme den Titel der Geschichte auf das Tonband zu sprechen.

Nach einigen Sekunden Pause lassen sie das ausgewählte akustische Signal erklingen. Dieses soll dem Kind signalisieren, dass es nun eine Seite weiter blättern kann. Lassen Sie das Signal also einige Sekunden ertönen und warten anschließend weitere Sekunden ab, bevor sie mit dem Vorlesen der nächsten Seite beginnen. In meinem Fall habe ich Glöckchen aus dem Bastelgeschäft benutzt, eine Kuhglocke oder eine kleine Melodie auf dem Xylophon passen selbstverständlich genauso gut.

Sind Sie am Ende der Seite angelangt, warten sie erneut einige Sekunden, lassen das Signal ertönen, und beginnen dann mit der nächsten Seite, usw.. Das Kind hat währenddessen die Möglichkeit sich die Bilder zur Geschichte in Ruhe betrachten zu können, oder es kann versuchen, den Text während des Hörens mit dem Finger im Buch zu folgen.

Anschließend beschriften sie die Tonbandkassette. Am besten wäre hier auch ein Symbol, welches den Kindern den Inhalt der Kassette auf einen Blick erkennen lässt, zum Beispiel einen Hasensticker für diese Geschichte.

Als besonderes Extra könnten sie die Geschichten auch in mehreren Sprachen aufnehmen. Die Kinder können dank dem Signal immer mitkommen und wissen wann sie umblättern müssen. Da wir eine kulturell sehr gemischte Gruppe hatten, kam dieses Angebot sowohl bei den Eltern als auch den Kindern gut an. Viele Eltern erklärten sich bereit, z.B. ein Märchenbuch aus der Gruppe in ihrer Landessprache (z.B. türkisch, italienisch, und viele mehr) auf ein Tonband zu sprechen. Viele Kinder haben sich mit ihren Freunden dann gerne in die Kuschelecke zurückgezogen und die Geschichten in den verschiedenen Sprachen angehört und an den Bildern in den Büchern verfolgt. Absolut empfehlenswert!!!

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